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7. Tag der Archäologie in Mannheim
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7. Tag der Archäologie in Mannheim
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Zum 7. Tag der Archäologie vom 08. bis 10. Oktober 2010 laden der Vorstand des Förderkreises Archäologie in Baden e.V. und der Vorstand der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V. die Mitglieder beider Vereine sehr herzlich ein.
Das Jahr 2010 hat Baden-Württemberg zum Stauferjahr erklärt und die Reiss-Engelhorn Museen Mannheim zeigen eine große kulturhistorische Ausstellung zu dieser einflussreichsten Dynastie des hohen Mittelalters. Nicht zuletzt gab das große Kultur-Ereignis auch den Ausschlag, den 7. Tag der Archäologie in Mannheim auszurichten. Wir danken den Reiss-Engelhorn Museen Mannheim für die Einladung und würden uns freuen, Sie in Mannheim begrüßen zu dürfen. Ein breitgefächertes und spannendes Vortragsprogramm sowie attraktive Exkursionsziele erwarten Sie!
Das Detailprogramm und Hinweise zur Anmeldung finden Sie in dem Tagungs-Flyer (PDF, 2.4 MB)
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Studienreise 2010 in die Schweiz
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Die Teilnehmer der Jahresexkursion am 15. Mai 2010 auf dem Mont Vully
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Die Studienreise 2010 des »Förderkreis Archäologie in Baden e.V.« fand vom 13. bis 16. Mai 2010 in die Schweiz statt.
Unter dem Motto »Auf den Spuren von Kelten und Römern in die Schweiz«sind wir nach Augst und Kaiseraugst/Augusta Raurica gefahren.
Anschließend ging es nach Neuchâtel, dort haben wir das Museum Latènium besucht, anschließend die Orte Yverdon und Orbe besichtigt.

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Dr. Jörg Heiligmann erläutert das Stadtmodell von Augst
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Am dritten Tag stand die Fahrt auf den Mont Vully (keltisches Oppidum) auf dem Programm, sowie die Besichtigung von Vallon und Avenches (Aventicum).
Zum Abschluss führte uns die Reise nach Bern zum Zentrum Paul Klee sowie nach Brugg in das Museum Vindonissa.
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Großbetrieb des LPL Römische Ziegelei und Töpferei an der Bergstraße bei Stettfeld |

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Abb. 1: Großer Ziegelbrennofen der Ausgrabung 2007. Der breite Heizkanal in der Mitte war mit Lehmziegelplatten ausgelegt. Die nur
noch in den unteren Partien erhaltenen seitlichen Stützen zeigten noch Ansätze einer Überwölbung. Darauf erst folgte der Rost, auf dem die zu brennenden Ziegel
aufgeschichtet wurden.
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Am östlichen Rand der oberrheinischen Tiefebene, knapp zwei Kilometer vom Kreuzungspunkt der römischen
Fernverbindungen Basel-Mainz und Augsburg-Speyer entfernt, wurden bereits in den frühen 1980er Jahren bei
Straßenbauarbeiten die ersten Hinweise auf diesen römischen Großbetrieb bekannt. Im Straßenkörper lagen
damals drei Töpferöfen, ein Ziegelbrennofen, ein Brunnen und Reste urnenfelderzeitlicher Bestattungen.
Ein außergewöhnlich großer Ziegelbrennofen kam 1993 hinzu.
Vor den Baumaßnahmen für ein großflächiges Gewerbegebiet laufen seit nunmehr zwei Jahren wiederum
Ausgrabungen im besagten Gelände nordwestlich von Stettfeld. Die Ergebnisse können sich sehen lassen!
Zu den bekannten Befunden gesellten sich vier holzverschalte Brunnen, eine Gruppe aus zwei Töpferöfen und
einem Ziegelbrennofen (Abb. 1), drei weitere dicht nebenein-ander eingetiefte Töpferöfen, ein zweiter großer
Ziegelbrennofen (Abb. 2) und ein fast quadratischer Ziegelbrennofen mit phantastischer Erhaltung, der bislang
erst in den oberen Partien freigelegt ist. Dieses Jahr steht seine vollständige Untersuchung an. Schließlich
zählen mehrere Grubenhäuser oder Erdkeller zum Bestand sowie Materialentnahme- und Entsorgungsgruben.

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Abb. 2: 2007 freigelegte Ofengruppe an der K 3575. Die beiden Töpferöfen wurden zeitgleich genutzt und von einer -hier bereits
abgegrabenen- zentralen Bedienungsgrube beheizt. Der Ziegelbrennofen im Hintergrund ragt fast zur Hälfte unter den Fahrradweg, wo sich auch seine Bedienungsgrube und vielleicht
weitere Öfen befinden.
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Die Töpferei liegt auf einer im Gelände deutlich erkennbaren Sanddüne. Erkennbare Relikte einstiger Holzbebauung
wie Pfostengruben oder Wandgräbchen blieben wohl aus diesem Grund nicht erhalten. Sensationell jedoch sind die
massiven Sockelsteine einer großen Halle aus Holzfachwerk oder zweier benachbarter Schuppen, die eine Fläche
von 400 bis 500 m_ überdacht haben dürften und vor allem zum Trocknen der frisch geformten Ziegel vor dem Brand
dienten. Auch hier sind die vollständigen Ausmaße noch nicht bekannt.
Auf der ganzen Fläche fanden sich immer wieder UK-Gräber und zwei vollständige ur-nenfelderzeitliche Henkeltässchen
ohne erkennbaren konkreten Zusammenhang. Unregelmäßig verlaufende, grabenartige Befunde werden mit alten Bachläufen in
Verbindung gebracht, die sicherlich für die Standortwahl des Betriebes mit verantwortlich waren und vermutlich die
beiden vorgeschichtlichen Trinkgefäße sekundär verlagerten. Ähnliche Befunde im nördlichen Ausläufer der Fläche mit
auffällig geradliniger Ausrichtung und V-förmigen Profilen gehören eher zu einer Schanze aus dem Dreißigjährigen Krieg.
Bestätigend können zwei Münzen aus dem 17. Jh. aus dem Graben herangezogen werden.
Nach jetzigem Erkenntnisstand scheint sich die Betriebsstruktur der antiken Manufaktur konkreter abzuzeichnen. Die
häufiger vorkommenden Ofengruppen lassen an Subunternehmer als Betreiber denken, die unter der Ägide des LPL
tätig waren. Ziegel mit diesem Stempel finden sich auf dem ganzen Gelände in den unterschiedlichsten Varianten, was
deutlich auf die Größe des Unternehmens verweist. Es bleibt zu hoffen, dass wir im weiteren Verlauf der Grabungen
noch herausfinden werden, welche in der Antike wohl sattsam bekannte Lokalgröße sich hinter dem Kürzel LPL verbirgt.
BRITTA RABOLD
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Jupiter im Brunnen! |

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Heidelberg: Fundamentsockel und Unterbau mit dem Säulenschaft der Jupitergigantensäule. Darunter das Figuralkapitell, die Gesimsplatte und die Unterseite des
Inschriftensteines mit den Wochengöttern. Der Viergötterstein liegt hinter dem Profilschnitt und wird noch von dem Kapitell verdeckt.
Bildnachweis: Kurpfälzisches Museum Heidelberg (E. Kemmet)
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Im Heidelberger Stadtteil Neuenheim, 200m nördlich des Neckarufers gelang Archäologen des Kurpfälzischen Museums im Frühjahr 2007 ein unerwarteter und aufsehenerregender Fund. Unmittelbar vor der Südflanke des römischen Ostkastells und am Rand des nachkastellzeitlichen Nordvicus konnten zahlreiche Gruben dokumentiert werden, die sich durch regelmäßige rechteckig oder runde Umrisse und eine geregelte Anlage auszeichneten. Die Nutzungshorizonte setzten sich deutlich mit einer grünlich-gelben Verfärbung und sehr verkrusteten Ablagerung vom anstehenden Löß ab. Anscheinend dienten die Gruben einer anderen Nutzung bevor sie mit Abfall, unter dem besonders der hohe Anteil von Hornzapfen sowie Mittelhand- und Mittelfußknochen auffällt, verfüllt wurden. Möglicherweise gehören diese Befunde zu einer kastellzeitlichen Gerberei, die - nach Aussage des Verfüllmaterials - spätestens in den ersten Jahrzehnten des 2. Jh. n. Chr. ihren Betrieb aufgab. Archäozoologische und archäobotanische Untersuchungen sowie Analysen des Phosphatgehaltes im Boden sind zur Deutung dieses Befundes in die Wege geleitet.
In der nordwestlichsten Ecke der Grabungsfläche lag ein ehemals holzverschalter Brunnen, dessen Schacht einen Durchmesser von 2,50m bis 1,80m aufwies und 12, 90 m unter heutige Oberfläche reichte. Im obersten Bereich bestand die Verfüllung auch aus großen, z.T. behauenen bzw. reliefierten Sandsteinen. Bereits auf diesem Niveau lag die Bekrönungsgruppe einer Jupitergigantensäule, bei der der Oberkörper des Gottes und die Blitze schleudernde Hand fehlten. Auf den nächsten 2m folgten sämtliche Bauteile des Denkmals, die alle - im Gegensatz zum Gigantenreiter - vollständig und unzerstört geborgen werden konnten.
Die Heidelberger Säule steht auf einem Fundamentsockel und einem stufenförmigen Unterbau, darauf der Viergötterstein. Dessen vier Seiten schmücken vier Götterfiguren. Es sind dies Juno (mit Pfau, Patera und Kästchen), Merkur (mit Hahn, Geldsack und Heroldstab), Minerva (mit Helm, Lanze und Eule) und auf der Rückseite Herkules (gegen die lernäische Hydra kämpfend). Über einem kräftig profilierten Gesims sitzt ein kleinerer rechteckiger Sockel. Auf drei Seiten ist dieser mit den Büsten der Planetengötter verziert, die je einen Wochentag benennen: Sol (Sonntag), Luna (Montag) und Mars (Dienstag). Die vierte Seite trägt die Inschrift, die sich an Jupiter richtet, in der zweiten Reihe den Namen des Stifters nennt und mit der Schlussformel VSLM endet. Darüber erhebt sich dann die eigentliche schuppenverzierte Säule, deren Figuralkapitell die Köpfe der Vierjahreszeiten trägt; die Ecken zieren vier kleine Giganten.
Seit über 170 Jahren wurde in Heidelberg kein so gut erhaltenes und qualitätvolles römisches Götterdenkmal mehr ausgegraben. Nicht zuletzt deshalb kommt der etwa 4,50 m hohen Jupitergigantensäule aus Neuenheim herausragende Bedeutung zu.
RENATE LUDWIG, EINHARD KEMMET
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