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Das Geheimnis einer Blei-Scheibe

Varus, der Verlierer der Schlacht nahe des Teutoburger Waldes war 24 Jahre zuvor Kommandeur eines römischen Militärlagers in Südbaden.

Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer Neu-Interpretation einer Blei-Scheibe durch den Freiburger Professor für Provinzialarchäologie Hans Ulrich Nuber. Die Bleischeibe wurde bereits in zurückliegenden Ausgrabungen bei Dangstetten vor 1982 gefunden, welche der Freiburger Archäologen Gerhard Fingerlin leitete.

Ausführliche Informationen finden sich in dem Artikel aus der Badischen Zeitung (PDF, 664 KB) vom 03.05.2008.


Studienreise 2010 in die Schweiz

Die Studienreise 2010 des »Förderkreis Archäologie in Baden e.V.« findet vom 13. bis 16. Mai 2010 in die Schweiz statt.

Unter dem Motto »Auf den Spuren von Kelten und Römern in die Schweiz« werden wir von Augst und Kaiseraugst nach Neuchâtel, Yverdon und Orbe fahren, den Mont Vully, Vallon, Murten, Avenches und zum Ende unserer Studienreise noch Bern und Brugg besuchen.

Es erwartet Sie ein umfangreiches Programm, viele Besichtigungen und Museumsbesuche, eine Weinprobe und vieles mehr. Anmeldung, Programm und die Preise finden sich in der detaillierten Vorankündigung (PDF, 2.1 MB).



Studienreise 2009: »2000 Jahre Varusschlacht«

Die Studienreise 2009 führte uns unter dem Titel »2000 Jahre Varusschlacht« vom 11. bis 14. Juni 2009 nach Haltern am See, Kalkriese und Detmold.

Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch im Römermuseum in Haltern am See, ein Stadtrundgang in Münster, der Besuch der Römer- und Germanentage in Kalkriese, der Besuch im Lippischen Landesmuseum, ein Stadtrundgang durch das historische Detmold, der Besuch des Hermannsdenkmals, eine Fahrt zu den Externsteinen, wie auch der Besuch des Römermuseums Xanten.

 

 

 


Jahrestagung 2009 in Konstanz

Die Jahrestagung 2009 des »Förderkreis Archäologie in Baden e.V.« findet vom 10. bis 11. Oktober 2009 in Konstanz statt.

Das Programm besteht auch dieses Jahr wieder aus interessanten Kurzvorträgen, Führungen sowie einer Exkursion, die uns dieses Jahr in den Kanton Thurgau in der Schweiz führt. Anmeldung, Programm und die Preise finden sich in der detaillierten Beschreibung (PDF, 1.1 MB).



Förderkreis Jahrestagung 2008 in Weinheim

Vom 11. bis 12. Oktober 2008 fand in Weinheim die Jahrestagung des »Förderkreises Archäologie in Baden e.V.« statt. Es wird ein attraktives Veranstaltungs- und Exkusrionsprogramm geboten. Das Faltblatt zur Veranstaltung ist online erhältlich (Außenseite und Innenseite).


Lehrgrabung für Laien - verschoben auf 2009

Vor einigen Jahren wurden in Vörstetten 1600 Jahre alte Reste einer Siedlung der frühen Alamannen und der Steinzeit (3500 v. Chr.) entdeckt und vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg teilweise ausgegraben. Dabei wurden archäologische Funde und Spuren von vergangenen Holzgebäuden im Boden sowie Brunnen und Ofenanlagen ausgegraben.

Für Sommer 2008 plant der Förderkreis Archäologie in Baden e.V. in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Freiburg eine Lehrgrabung für interessierte Laien. Dort können Sie mitmachen und dabei erlernen, wie Archäologen arbeiten. Sie bekommen eine Einführung in Grabungstechnik und in die Geschichte und Archäologie der frühen Alamannen im Breisgau.

Zusätzlich werden Vorträge und eine Exkursion zu den Archäologischen Fundstätten im Breisgau und dem Freiburger Museum für Ur- und Frühgeschichte angeboten.

Alle Details sowie Informationen zu möglichen Unterkünften in Vörstetten und Umgebung finden Sie nächstes Jahr hier auf unserer Seite.

CHRISTEL BÜCKER


Das Mittelalter unter unseren Füßen!

Gerade rechtzeitig zum Jubiläum des 4oo-jährigen Bestehens der Stadt Mannheim ist es Archäologen und Ehrenamtlichen der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim gelungen, im Quadrat M 1.2 auf einer Ausgrabungsfläche von ca. 50 ca. 1,2 m unter heutigem Hofniveau die ersten Siedlungsschichten mit Fundmaterial des 7. bis 16. Jahrhunderts freizulegen. Die mittelalterlichen Spuren sind umso bemerkenswerter, als sie die ersten Relikte dieser Art aus der »Altstadt« Mannheims sind. Die Suche nach dem Dorf Mannheim ist damit in Teilen gelöst und bedarf weiterer Erforschungen im Kern der Festung Friedrichsburg im Vorfeld zukünftiger Baumaßnahmen. Den Fragen nach dem Standort des städtischen Dorfes, das mit dem Bau der neuzeitlichen Zitadelle »niedergelegt« wurde, ist nun eine feste Grundlage gegeben worden. Die Sichtweise, Mannheim ausschließlich als Planstadt des Barock zu sehen, sollte sich durch den Nachweis des lange vermuteten, jedoch nicht nachgewiesenen Mittelalters nachhaltig verändern.

Die Siedlungsreste der Zeiten des 17-bis 19. Jh. sind nicht weniger spektakulär. Neben Gebäuderesten des 18. und 19. Jh. war ein halbkreisförmiges Fundament von 5,5 m Durchmesser und 1 m Mauerstärke von besonderer Bedeutung. Nach den Schriftquellen kann es sich nur um das Palais des Geheimrates von Backe handeln, der bis 1770 eine so große Fläche in M 1 erworben hatte (M 1.1; M 1.2; M 1.2a; M 1.8), dass darauf ein repräsentatives Gebäude errichtet werden konnte. Bereits dreißig Jahre später kam es zu einer Neuverteilung der Grundstücke, indem M 1.8 einen neuen Besitzer erhielt. Das Palais muss zu diesem Zeitpunkt bereits als Steinlager gedient haben. Bekanntlich wurde Mannheim, damit auch das Quadrat M 1, 1795 nach französischer Besatzung und österreichischer Rückeroberung schwer zerstört. Aus der Zeit des 17- Jh. stammt der Rest eines Holzhauses in Pfostenbauweise, das teilweise über einer quadratischen Abfallgrube errichtet war. Auffüllschichten sowie Markierungen von Parzellengrenzen durch Sandsteinmauern und Gräbchen belegen wiederkehrende Veränderungen von Grundstücksgrößen, die nur im archäologischen Befund so detailliert nachvollzogen werden können. Die Bildquellen des 17- Jh. erwiesen sich für diese Fragestellungen als unbrauchbar. Alle Siedlungsspuren auf diesem hochwasserfrei gelegenen Sand rücken unterstreichen die besonderen topografischen Voraussetzungen einer Jahrtausende währenden Besiedlung, die an dieser Stelle und in dieser Qualität erstmalig in Mannheim ergraben wurden.

K. WIRTH


Flötentöne aus der Latrine




Der heutige Augustinerplatz in Konstanz, im Mittelalter ein großes Hinterhofareal, ist reich an Sickergruben, aus denen im Vorfeld von Bauarbeiten mehrfach bemerkenswerte Gegenstände geborgen werden konnten. Doch selbst für den Konstanzer Boden, in dem sich eine Fülle von organischem Material unterschiedlichster Art erhalten hat, ist der Fund einer Flöte außergewöhnlich.

Es handelt sich dabei um den sehrgut erhaltenen oberen Teil einer aus Buchsbaum gedrechselten Kernspaltflöte. Im Gegensatz zu modernen Blockflöten haben diese kein eigentliches Mundstück, sondern einen Kern oder Block in der oberen Mündung des Pfeifenrohres. Durch diesen Kern wird, in Verbindung mit dem Anblasloch, ein Ton erzeugt und die Luftsäule im Rohr in Schwingung versetzt. Die Grifflöcher dieses Exemplars befanden sich vermutlich auf einem verloren gegangenen zweiten Stück. Vielleicht diente ein Eisenteil am unteren Ende dazu, die beiden Segmente zu verbinden. Aufgrund der aus der Latrine geborgenen Beifunde lässt sich die Flöte in die zweite Hälfte des 13. oder das 14. Jh. datieren.

Obwohl auf zeitgenössischen Bildern eine Vielzahl von Flöten unterschied- licher Art dargestellt ist, treten bei archäologischen Untersuchungen lediglich einfach gestaltete Exemplare aus Vogel- oder Schafknochen häufiger auf. Mittelalterliche hölzerne Flöten sind in Mitteleuropa dagegen eine ausgesprochene Rarität. Bei fast allen Flöten fehlt der Kern, sodass das Konstanzer Stück hier eine erfreuliche Ausnahme bildet. Man darf daher gespannt sein, zu welchen neuen musikwissenschaftlichen Erkenntnissen dieser seltene Fund führen wird.

R. RÖBER

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