Keine Artikel in dieser Ansicht.

Abend der Archäologie im ALM: "Goldblattkreuz und Kirchenbestattung..."

15. Februar 2018
-

Die Diskussion über die Christianisierung der Alamannen wird - abgesehen von den spärlichen schriftlichen Quellen über das Wirken der Heiligen Columban und Gallus im Bodenseeraum - vor allem durch archäologische Quellen, die frühen Eigenkirchen und die Goldblattkreuze bestimmt. Sie gipfelte in der These, dass die zeitgleichen christlichen  Bestattungsformen von Goldblattkreuzgräbern in Reihenfriedhöfen und von Kirchenbestattungen Ausdruck zweier konkurrierender Missionen gewesen seien – einer arianisch-langobardischen und einer katholisch-fränkischen.
Eine Dissertation von Martina Terp-Schunter, die 2015 unter dem Titel: „In signo crucis. Eine vergleichende Studie zu den alamannischen und langobardischen Goldblattkreuzen“, an der Universität Tübingen angenommen wurde, stellt nun diese These in Frage.
Im ersten Teil des Abends wird deshalb von Barbara Theune-Großkopf zunächst der Stand der Forschung in der Alamannia im Hinblick auf die ersten Kirchen, Bistumsgründungen und die Eigenkirchen mit den zugehörigen Bestattungen erläutert. Fragen nach der Vereinbarkeit von Beigaben und christlicher Bestattung, nach Priestergräbern und deren Herkunft werden aufgegriffen.
Im zweiten Teil wird Martina Terp-Schunter die neuen Ergebnisse ihrer Dissertation vorstellen, die auf Grundlage der Untersuchung des Gesamtbestandes der Goldblattkreuze im Kontext des jeweiligen Grabzusammenhangs erzielt wurden. Diese neuen Erkenntnisse beziehen sich auf Herstellungs- und Verzierungsweise, die Herkunft der Sitte und deren Rolle im Grabritual. Sie führen zu dem Ergebnis, dass Kirchenbestattungen und Bestattungen mit Goldblattkreuz
parallele Erscheinungen eines Christianisierungsprozesses außerhalb kirchenrechtlicher Strukturen gewesen sind.
Bei einem Umtrunk nach der Veranstaltung findet sich sicherlich die Gelegenheit zu angeregter Diskussion und  gegenseitigem Austausch.


Der Eintritt an diesem Abend ist frei!

Infos:

Start
15. Februar 2018
18.00 Uhr
Ende
21.00 Uhr
Ort
Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Benediktinerplatz 5, 78467 Konstanz