Vortrag in Stettfeld: Ein Lob auf den Hintern...

15. November 2018
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Hinter(n)gründige Gedanken und Bilder zur Kunst- und Kulturgeschichte eines markanten Körperteils...

Es referiert Prof. Josef Walch, Reilingen.

Schaut man sich frühgeschichtliche figürliche Darstellungen an, die in der Regel aus Ton oder Bronze weibliche Figuren zeigen, oft Venus-Darstellungen, so fällt ein Detail sofort auf: das überdimensional und großformatig gestaltete Gesäß der Figur. Dies lässt sich, wie bei der berühmten Venus von Willendorf (vor ca. 30.000 Jahren entstanden), symbolisch interpretieren als Zeichen der Fruchtbarkeit der Frau, aber auch als Amulett mit einer schützenden Funktion. Es war ein langer Weg zu weiblichen Darstellungen aus der griechischen Antike, die ein neues ästhetisches Ideal, gestaltet nach den Regeln des Goldenen Schnitts, repräsentieren wie z.B. die berühmte "Aphrodite Kallipygos" (wörtlich übersetzt: "Die mit den schönem Hintern").

Es ist der Beginn einer "Gesäßkultur", die bis in die aktuelle Gegenwart reicht. Spätmittelalterliche Figuren wie der berühmte Buchener Blecker strecken dem Betrachter ihren Hintern entgegen. Solche Figuren finden sich auch an den Dachrändern vieler gotischer Kathedralen als sogenannte Wasserspeier. Teufel werden in dieser Zeit mit einem zum Gesicht geformten Gesäß dargestellt. Die Renaissance nimmt das ästhetische Vorbild der Antike auf, Rubens malt sehr sinnliche barocke Rückenansichten. In seinem informativen, in vielem überraschenden Vortrag, der auch durch manches Augenzwinkern begleitet wird, geht Prof. Josef Walch auch auf Martin Luther und Wolfgang Amadeus Mozart ein. Beide liebten eine derbe Sprache, wo das A-Wort immer wieder vorkommt, so auch in Mozarts berühmten Kanon "Leck mich im A...". Und wer kennt nicht Goethes "Götz von Berlichingen" mit seinem berühmten Zitat! Aber auch die Fotografie des 19. Jahrhunderts, Satire und Karikatur, Modetorheiten wie der "Cul de Paris", Bilder des Impressionismus, historische Postkarten oder nackte Rückseiten in der Werbung werden thematisiert. Und wer kennt nicht den berühmtesten Hinterteil der Gegenwart, den von Kim Kardashian...! Hinter(n)gründige Gedanken sind erlaubt!

Eintritt: 2.- €

Infos:

Start
15. November 2018
19.00 Uhr
Ende
20.30 Uhr
Veranstalter
Römerkeller (Stettfeld)
Ort
Römerkeller (Stettfeld)