Vortrag in Heidelberg: Vom Adelssitz zum Klosterhof - Die Turmburg in Oberderdingen im Kraichgau

16. Januar 2019
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Referent: Tobias Schöneweis M.A., Archäologe & Kunsthistoriker, Kurpfälzisches Museum Heidelberg.

„In mittelalterlicher Turmburg läuten heute die Glocken“. Unter dieser Überschrift machte die Zeitung Badische Neueste Nachrichten im Mai 1975 auf ein Wahrzeichen von „herausragender Bauqualität“ in der Kraichgaugemeinde Oberderdingen aufmerksam und würdigte es als „einziges erhaltenes Exemplar“ einer Turmburg im Landkreis Karlsruhe.

Seit Mitte der 1970er Jahre zählt die regionale Burgenforschung den sogenannten Glockenturm im Amthof von Oberderdingen, einem ehemaligen Wirtschaftshof (Grangie) des Zisterzienserklosters Herrenalb, zu den charakteristischen Vertretern von „Kleinburgen“ des frühen 13. Jahrhunderts in Südwestdeutschland. Erst im späteren 13. Jahrhundert wäre dieser Wohnturm eines örtlichen Adelsgeschlechts von den Zisterziensern erworben und in den Baubestand ihrer neugegründeten Grangie integriert worden. Der Vortrag beleuchtet die Baugeschichte des Turmes, stellt die bisherige Forschungsmeinung in Frage und schlägt einen Bogen zwischen Burgenforschung und Klosterbaukunst. Bauhistorische Untersuchungen ergaben, dass der Turm um 1306/07 von den Zisterziensern errichtet wurde – die Konsequenz ist eine völlig neue architekturhistorische Einordnung.

Eintritt: 3.- €

Infos:

Start
16. Januar 2019
19.00 Uhr
Ende
20.30 Uhr
Veranstalter
Kurpfälzer Kreis der Deutschen Burgenvereinigung e.V. u. Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Ort
Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg, Palais Morass, Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg