Kelten auf dem Heiligenberg

Hoch und steil ragt der Heiligenberg gegenüber der Heidelberger Altstadt auf, ein letzter Ausläufer des Odenwalds am Rand von Neckartal und Rheinebene. Im 5./4. Jahrhundert v. Chr. befestigten Kelten das Gipfelplateau mit einer holzverstärkten Steinmauer und errichten deutlich tiefer eine zweite, die eine noch heute fließende Quelle mit einbezog. Zwischen beiden Mauern legten sie 10-20 Meter lange Terrassen an, was die Siedlungsfläche auf insgesamt mehr 52 Hektar vergrößerte. Ein „Keltenweg“ mit Informationstafeln führt durch dieses Gelände, wo Wälle und Senken die Verteidigungsanlage noch erahnen lassen.

Erst in den letzten Jahren widerlegten Forscher zwei Thesen zu den Heidelberger Kelten. Zum einen ist ein als „Heidenloch“ bezeichneter, 56 Meter tiefer Schacht auf dem Plateau wohl keine keltische Kultanlage, sondern entstand frühestens im 13. Jahrhundert. Zum zweiten lebten die Bewohner der Höhensiedlung nicht vom Verhütten des auf dem Berg vorkommenden Eisenerzes, sondern eher von der Kontrolle der Handelswege zwischen Neckar und Rhein.

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