Keltengrab mit Alpenblick

Auf dem Magdalenenberg am Rand des Schwarzwalds liegt das größte urgeschichtliche Grabmonument Mitteleuropas. 616 v. Chr. hatten Kelten dort für ihren Ahnherrn eine Grabkammer aus 90 Baumstämmen errichtet, mit einem tonnenschweren Steinmantel und schließlich mit Grassoden abgedeckt. Nach diesem Vorbild, freilich in kleinerem Maßstab wurden weitere Angehörige über 50 bis 60 Jahre lang rund um das Zentralgrab beigesetzt. Isotopenanalysen an Knochen sowie die Grabbeigaben sprechen dafür, dass die Verstorbenen aus der Region stammten. Sie lebten vermutlich in einer befestigten Höhensiedlung auf dem Kapf am Zusammenfluss von Brigach und Kirnach. Die lag zwar vier Kilometer entfernt, war aber vom Magdalenenberg aus zu sehen, wie sich dort oben ohnehin ein beeindruckender Rundumblick bis zu den Alpen bot. Als das Zentralgrab aufgebrochen und beraubt wurde, wurde die Nekropole aufgegeben. Von dessen Ausstattung ist zwar kaum etwas übriggeblieben, doch Reste eines Wagens, Teile von Zaumzeug und anderes mehr lassen die Bedeutung des Toten erahnen.

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